Verbreitet gilt Rot als das Blut, das die Menschen als Menschen vereint. Eine amtlich bestätigte Deutung liegt uns nicht vor.
Flagge von Vanuatu
Rot über Grün, getrennt von einem schwarzen Band mit gelbem Streifen, der am Mast als Y ein schwarzes Dreieck mit gelbem Eberzahn und Blättern umschließt.
Die Flagge von Vanuatu
Vanuatu ist ein Inselstaat im Südpazifik und gehört zur Inselgruppe Melanesien. Der Archipel erstreckt sich in Y-förmiger Anordnung über viele Vulkaninseln, die Hauptstadt Port Vila liegt auf der Insel Efate und ist zugleich die größte Stadt. Nach einer UN-Schätzung leben dort rund 335.000 Menschen; die bisher letzte Volkszählung von 2020 ergab 300.019 Einwohner. Amtssprachen sind Bislama, Englisch und Französisch.
Die Geschichte des Landes ist eng mit zwei Kolonialmächten verbunden. Seit 1906 verwalteten Großbritannien und Frankreich die damaligen Neuen Hebriden gemeinsam als Kondominium. Am 30. Juli 1980 wurde das Land unter dem Namen Vanuatu unabhängig. Die Verfassung trat am selben Tag in Kraft, erster Premierminister war Walter Lini. Heute ist Vanuatu eine unitarische parlamentarische Republik.
Die Nationalflagge ist im Verhältnis 3:5 gehalten und zählt zu den ungewöhnlichsten der Welt. Oben liegt ein roter, unten ein grüner Streifen. Dazwischen verläuft ein schwarzes Band mit einem gelben Mittelstreifen. Am Mast läuft dieses Band in ein schwarzes Dreieck aus, das von einer gelben Linie eingefasst ist. Zusammen bilden Band und Linie ein liegendes gelbes Y mit schwarzem Rand, das an die Anordnung der Inseln erinnert. Im schwarzen Dreieck steht ein gelbes Emblem: ein spiralförmig gebogener Eberzahn, in dessen Rund zwei gekreuzte Namele-Blätter liegen.
Zur Deutung der Farben gibt es verbreitete Erklärungen, aber keine für uns einsehbare amtliche Quelle. Grün gilt als Sinnbild für den Reichtum der Inseln, Rot für das Blut, das die Menschen als Menschen verbindet, Schwarz für die melanesische Bevölkerung, die Ni-Vanuatu. Gelb steht demnach für Frieden und für das Licht des Christentums. Der Eberzahn und die Namele-Blätter sind traditionelle Symbole, die für Wohlstand und Frieden stehen.
Vorläufer der heutigen Flagge war 1977 die Parteiflagge der Vanua'aku Pati, entworfen von Kalontas Malon. Sie wies fast dieselben Farben und Symbole auf. Als Landesflagge wurde die Fahne im Jahr 1980 eingeführt, meist wird der 18. Februar genannt; offiziell gehisst wurde sie zur Unabhängigkeit am 30. Juli 1980. Seitdem ist sie unverändert in Gebrauch. In der Kolonialzeit führten die Neuen Hebriden dagegen die britische Verwaltungsflagge und die französische Trikolore.
Was bedeuten Rot, Schwarz, Gelb und Grün?
Schwarz steht nach verbreiteter Deutung für die melanesischen Ni-Vanuatu. Eine amtliche Erklärung liegt uns nicht vor.
Gelb steht nach gängiger Deutung für Frieden und das Licht des Christentums. Das Y erinnert an die Anordnung der Inseln, das Emblem zeigt Eberzahn und Namele-Blätter.
Grün steht nach verbreiteter Deutung für den Reichtum der Inseln. Eine amtlich bestätigte Deutung liegt uns nicht vor.