Eine amtliche Bedeutung ist nicht belegt. Verbreitet wird Grün als Hoffnung gedeutet; ursprünglich stand es für die republikanische Bewegung.
Flagge von Portugal
Zwei senkrechte Felder in Grün und Rot, auf deren Grenze ein Wappenschild über einer gelben Armillarsphäre liegt.
Die Flagge von Portugal
Portugal liegt im Südwesten Europas an der Atlantikküste der Iberischen Halbinsel. Die Hauptstadt Lissabon hat rund 549.000 Einwohner, im ganzen Land leben nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts INE etwa 11,4 Millionen Menschen (Stand 2025). Amtssprache ist Portugiesisch, regional gilt auch Mirandés. Das Land ist eine parlamentarische Republik mit semipräsidentiellen Zügen und zahlt seit dem 1. Januar 2002 mit dem Euro.
Die Staatsgründung wird meist auf den Vertrag von Zamora vom 5. Oktober 1143 datiert, in dem Alfons VII. von León seinen Vetter Afonso I. als König von Portugal anerkannte. Traditionell wird auch das Jahr 1139 und die Schlacht von Ourique genannt. Am 1. Dezember feiert Portugal die Wiederherstellung der Unabhängigkeit von 1640, am 5. Oktober 1910 wurde die Republik ausgerufen.
Die Nationalflagge besteht aus zwei senkrechten Feldern. An der Mastseite liegt ein grünes Feld, daneben ein größeres rotes. Das Dekret von 1911 legt fest, dass Grün zwei Fünftel und Rot drei Fünftel der Länge einnimmt. Das Gesamtformat beträgt 2:3, die Länge ist also das Eineinhalbfache der Höhe. Auf der Farbgrenze liegt das Wappen: eine gelbe Armillarsphäre, darauf ein rot umrandetes Schild mit einem weißen Innenschild.
Das Wappenschild zeigt im roten Rand sieben gelbe Burgen. Im weißen Innenschild stehen fünf blaue Schilde in Kreuzform, die sogenannten Quinas, mit je fünf weißen Punkten. Nach der Überlieferung erinnern sie an den Sieg Afonsos über fünf maurische Könige bei Ourique. Die Armillarsphäre, ein astronomisches Instrument, steht für die Entdeckungsfahrten, die besonders unter König Manuel I. um 1500 ihren Höhepunkt erreichten.
Die heutige Flagge löste die blau-weiße Flagge der konstitutionellen Monarchie ab. Entworfen wurde sie unter anderem von dem Maler Columbano Bordalo Pinheiro. De facto wurde sie ab dem 1. Dezember 1910 verwendet, die Verfassunggebende Versammlung beschloss sie am 19. Juni 1911. Die genaue Gestaltung mit Beschreibung und Maßen folgte im Dekret Nr. 150 vom 30. Juni 1911, das meist als offizielles Datum gilt.
Zur Farbwahl gibt es keine amtliche Deutung. Grün und Rot standen zunächst für die republikanische Bewegung und waren die Farben der Aufstandsflaggen von 1891 und 1910. Später wurde Grün oft als Hoffnung und Rot als das Blut der für das Land Gefallenen gedeutet. Solche Erklärungen sind verbreitet, aber nachträglich entstanden und nicht offiziell festgelegt.
Auffällig ist die Aufteilung: Anders als bei vielen anderen Flaggen sitzt das Wappen nicht in der Mitte der Fläche, sondern an der Grenze der beiden ungleich großen Felder, sodass es im grünen und im roten Teil liegt. Die Militärflagge ist dagegen im Verhältnis 1:1 geteilt.
Was bedeuten Dunkelgrün, Rot, Gelb, Dunkelgelb, Weiß und Blau?
Eine amtliche Bedeutung ist nicht belegt. Üblich ist die Deutung als Blut der für die Nation Gefallenen oder als Symbol der Revolution von 1910.
Gelb ist die Farbe der Armillarsphäre und der Burgen im Wappen. Die Sphäre steht für die portugiesische Entdeckungszeit.
Dieser Ton gehört zur Schattierung der Armillarsphäre und hat keine eigene Bedeutung.
Weiß kommt im Wappen als Umrandung des Schildes und im Innenschild vor, mit den weißen Punkten der Quinas, die der Überlieferung nach an die Wunden Christi erinnern.
Die fünf blauen Schilde (Quinas) im Wappen erinnern der Überlieferung nach an den Sieg Afonsos über fünf maurische Könige bei Ourique.